Heute ist der große Tag, an dem ich meinen ersten Sud ansetze! Ich rechne damit, dass ich insgesamt etwa acht Stunden brauche. Wenn ich um 10:00 Uhr anfange, kann ich dann am Abend noch gemütlich etwas unternehmen. Aber es soll alles anders kommen, als erwartet.

Schon am Anfang die erste Panne

Vor dem Brauen möchte ich gestärkt sein, also frühstücke ich erst mal ordentlich. Als ich meinen Maischebottich (einen Einkochtopf), den Läuterbottich, Hefe, Hopfen und Malz bereit gestellt habe, ist es 11:00 Uhr. Ich messe die ersten Liter meines Brauwassers ab und befülle damit meinen Maischbottich. Da leckt der Hahn. „Das kann jetzt nicht wahr sein“, denke ich „noch nicht mal richtig angefangen und schon die erste Panne.“ Beim Versuch, den Hahn mit der Rohrzange festzuziehen, geht es nach einem kleinen Widerstand auf einmal ganz leicht, so als ob das Gewinde überdreht ist. Also drehe ich die Mutter mit den Fingern vorsichtig fest – auf jeden Fall tropft der Hahn jetzt nicht mehr.

Christian wird mich noch einige Male retten

Als das Wasser auf 45°C aufgeheizt ist, kommt Christian, der mich heute noch einige Male retten wird. Wir schütten die insgesamt fünf Kilogramm Malz unter kräftigem Rühren in das Wasser ein. Das Halten der Rasten und das Aufheizen klappt gut – Christian gibt mir den Tipp, ständig zu rühren, damit es nicht zu Wärmenestern kommt und die Maische auch mal von ganz unten am Boden heraufzuwirbeln. Wäre ich den Anweisungen meines Braubuches gefolgt, hätte ich das Braupaddel nur ganz spärlich eingesetzt, um Lufteintrag zu vermeiden.

Nach dem Ende der letzten Rast ist dann der große Moment für meinen selbst gebauten Läuterbottich. Das Umfüllen der Maische läuft problemlos, aber auch nach einer Viertelstunde ist der Treber noch nicht richtig sedimentiert. Beim Versuch, die erste Vorderwürze abzufüllen, tröpfelt ein winziges Rinnsal den Schlauch entlang. Auch Ankippen und Rühren bringen kein besseres Ergebnis. Also müssen wir umdisponieren.

Ein Nudelsieb als Ersatz für den Läuterbottich

Christian schlägt vor, mit einem Nudelsieb über einem Kochtopf zu läutern, was hervorragend funktioniert. Nur den ersten Guss müssen wir durch ein Tuch filtrieren, weil doch ziemlich viel Mehl im Malz enthalten ist. Das ganze dauert seine Zeit und nimmt mehrere Töpfe und Schüsseln in Beschlag. Darüber vergesse ich ganz, den Hopfen vorzulegen.

Nun ist es passiert, kommt der Hopfen halt etwas später dazu, noch kocht die Würze nicht. Endlich ist auch die letzte Würze im Topf – mit 27 Litern haben wir nichts verschwendet und die Küche riecht angenehm nach Brot.

Inzischen kocht die Würze richtig wallend und der Würzebruch ist schon zu sehen. Also rein mit der zweiten Hopfengabe. Jetzt muss das Ganze noch 70 Minuten kochen, wir können also in Ruhe erst mal ein paar Happen essen.

Fortsetzung folgt!