Der Erlenmeyerkolben ist jetzt eingetroffen. Diesen brauche ich später um die Hefe mit der während des Brauvorgangs gewonnen Vorderwürze herzuführen. Damit erhält die Hefe Gelegenheit, sich an die Würze anzupassen, außerdem kann die Hefe so reaktiviert werden, falls sie vorher inaktiv geworden ist.

Der Erlenmeyerkolben bietet den Vorteil, dass die Würze absolut steril gekocht werden kann: Einfach vor dem Kochen die Öffnung mit Watte verschließen. Diese wird dann durch den Dampf sterilisiert und später können Keime nur schwer eindringen.

Herführen der Hefe
    Unter Herführen der Hefe oder auch Konditionieren versteht man das Ansetzen der Hefe mit einem kleinen Teil der Würze aus dem Sud. Die Hefe bekommt so bereits vor der Hauptgärung Gelegenheit, sich an die Würze anzupassen und mit der Zellteilung zu beginnen. Dieses Verfahren kann nicht nur für das Aktivieren von Flüssighefe genutzt werden, sondern ist auch für die Hydratisierung von Trockenhefe geeignet.

    Eine Starterkultur für das Heranführen der Hefe kann besonders einfach in einem Erlenmeyerkolben hergestellt werden: Dazu wird 1/4 Liter Vorderwürze mit einem Viertelliter Wasser verdünnt und im Erlenmeyerkolben 15 Minuten gekocht. Die Öffnung wird mit einem Wattebausch oder mit Gaze verschlossen. Anschließend ist alles sterilisiert. Nach dem Abkühlen wird die Hefe zugesetzt und der Erlenmeyerkolben geschwenkt, sodass Luft in das Gemisch eingebracht wird. Beim Starten der Gärung kann die Starterkultur stark schäumen, weshalb ein Erlenmeyerkolben mit der hohen Gefäßwand sehr geeignet hierfür ist.