Bier brauen ist nicht schwer – Es gibt hier eine Menge Rezepte. Etwas aufwändiger ist es nur, das Grundequipment zusammen zu kriegen. Danach sind dann ein paar Besonderheiten zu beachten. Eine gute Hilfe war für mich das Buch Gutes Bier selbst brauen von Hubert Hanghofer.

Grundsätzlich wird Bier durch die Vergärung von Zucker zu Alkohol mittels Hefe hergestellt. Man benötigt also eine Zuckerlösung, die dann mit Hefe versetzt wird. Jetzt muss man nur noch warten, bis die Hefe den Zucker in Alkohol umgewandelt hat. Die Zuckerlösung wird Würze genannt und durch Verzuckerung von Malz – das sogenannte Maischen – gewonnen.

Für das Maischen eignet sich ein Glühweintopf

Das Gemisch aus verschiedenen Malzsorten und dem Brauwasser – die Maische – wird in mehreren Stufen aufgeheizt. Die Temperatur der Maische wird dabei für eine gewisse Zeit auf einem konstanten Niveau gehalten. Dies sind die Rasten, bei denen die Stärke im Malz durch die im Malz enthaltenen Enzyme in Zucker umgewandelt wird.

Für das Maischen eignet sich besonders gut ein Glühweintopf, der elektrisch geheizt wird und bei dem die Temperatur stufenlos eingestellt werden kann. Anschließend trennt man die festen von den flüssigen Bestandteile der Maische beim Läutern. Den Läuterbottich dafür werde ich selbst bauen.

Der Brauprozess im Überblick
  1. Maischen: Das Malz wird in Etappen (den Rasten) erhitzt.
  2. Läutern: Die festen Bestandteile (der Malztreber) werden von den flüssigen (der Würze) getrennt.
  3. Würzekochen: Die Würze wird mindestens eine Stunde gekocht und der Hopfen dazugegeben.
  4. Würzekühlung: Hopfen wird aus der Würze gefiltert und die Würze auf eine Hefe-verträgliche Temperatur abgekühlt.
  5. Hauptgärung: Die Hefe wird zur Würze gegeben, der Gärptozess beginnt.
  6. Nachgärung: Das Jungbier wird in Flaschen gefüllt und weitere Nahrung für die Hefe zugesetzt.
  7. Reifung: Das Bier wird gekühlt, sodass sich mehr Kohlensäure im Bier binden kann.

Beim anschließenden Würzekochen werden die flüssigen Bestandteile der Maische – die Würze – lange gekocht. Üblicherweise über eine Stunde lang. Dabei wird der Würze der Hopfen zugesetzt, der für die Haltbarkeit und die Bittere im Bier verantwortlich ist.

Die Kohlensäure kommt durch Flaschengärung ins Bier

Am Ende wird alles filtriert, abgekühlt und dann die Brauhefe zugesetzt. Die Hefe tut ihre Arbeit und wandelt den Zucker in Alkohol um. Nach zirka einer bis zwei Wochen stellt die Hefe dann ihre Gärtätigkeit ein – Es ist dann immer noch Zucker, die sogenannte Restsüße im Jungbier enthalten. Jetzt fehlt nur noch die Kohlensäure, ohne die das Bier ziemlich schal schmeckt. Die bekommt man zum Beispiel durch Flaschengärung ins Bier. Dabei wird dem Jungbier noch einmal Zucker in Form von vorher abgefüllter Würze, Malzextrakt oder Haushaltszucker zugesetzt, damit die Hefe weiter arbeiten kann.

Unter Druck löst sich das Kohlendioxid

Bei der Vergärung von Zucker entsteht neben Alkohol nämlich auch Kohlendioxid. Diese löst sich bei Zimmertemperatur aber nur sehr schlecht im Bier. Deshalb brauchen wir Druck, damit mehr Kohlendioxid in Form von Kohlensäure im Bier gelöst wird. Diesen Druck erzeugen wir dadurch, dass das Jungbier mit dem Zuckerzusatz in Flaschen gefüllt wird, die verschlossen werden. Das nun durch den Gärungsprozess entstehende Kohlendioxid kann nicht mehr in die Umgebung entweichen sondern reichert sich in der Flasche auf und baut Druck auf. Das überschüssige Kohlendioxid löst sich als Kohlensäure im Bier und wir bekommen später ein schön schäumendes Bier.

Die Belohnung für die Mühen ist ein leckeres Bier

Ist auch die Flaschengärung beendet, werden die Flaschen noch einmal eine Woche in den Kühlschrank gestellt – dadurch löst sich die Kohlensäure noch einmal besser im Bier. Die Belohnung aller dieser Mühen ist am Ende dann ein leckeres selbst gebrautes Bier.

Nach der Lektüre der Grundlagen in Hanghofers Buch steht meine Einkausliste fest:

  • ein Glühweintopf für das Maischen
  • ein Gärbehälter für die Hauptgärung
  • ein Erlenmeyerkolben für das Heranführen der Hefe
  • ein Gefäß, dass ich als Läuterbottich benutzen kann
  • Zutaten für das Bier: Hefe, Malz und Hopfen