Ich trinke gerne Bier. Besonders Hefeweizen und tschechisches Pilsner hat es mir angetan. Als Bierkenner würde ich mich aber nicht bezeichnen. Eher als Genussmenschen. Dazu passt auch, dass ich gerne selbst koche. Da fand ich es schon sehr interessant, dass die ehemaligen WG-Mitbewohner meiner Schwester auf eine Party ihr selbstgebrautes Bier mitbrachten. Es war nicht nur selbst hergestellt sondern schmeckte auch noch super! Die Idee, auch mal selbst Bier zu brauen, war geboren.

Richtige Braukurse gab es nicht

Bis es dazu kommen sollte, verging aber einige Zeit. Die Party ging zu Ende, die WG-Hobbybrauer verlor ich aus den Augen, der Alltag kehrte ein. Hin und wieder schaute ich nach Braukursen – alles was ich fand waren eher Bier-Verkostungen mit anschließender Verkaufsveranstaltung in Brauhäusern. Richtige Kurse, bei denen die Herstellung von Bier erlernt werden konnte, gab es anscheinend nicht.

Dafür gab es aber Bücher über das Bierbrauen. Unter anderem „Gutes Bier selbst brauen“ von Hubert Hanghofer, das ich eines Tages in einer Buchhandlung in Leipzig entdeckte. Das war die erste handfeste Anleitung, die für mich fortan zur „Bibel des Bierbrauens“ wurde.

Christian bot an, beim ersten Sud zu helfen

Wenig später lernte ich auf einer Geburtstagsparty eines Freundes dann Christian, einen angehenden Lebensmitteltechniker und gelernten Bäcker kennen. Christian braute selbst und berichtete mir ausführlich von seinen Erfahrungen. Anscheinend gab es in Berlin Leute, die schon Bier brauten. Er bot mir an, mich bei meinem ersten Sud – so heißt das im Brauer-Jargon – zu unterstützen.

Die Entdeckung des Brau-Buches von Hanghofer und die Begegnung auf der Party waren die beiden Initialzündungen, die das Feuer meiner Idee selbst zu brauen, wieder entfachten. Sie waren der Anstoß zur praktischen Umsetzung dieser Idee. Dies ist die Geschichte meines ersten Brauversuchs.