Zur Basisausstattung eines Heim- und Hobbybrauers gehört auf jeden Fall ein Gäreimer. Damit ein gutes Craft Beer beim Brauen zuhause herauskommt ist keine Hightech notwendig. Ein großer Plastikeimer tut es auch. Wichtig bei allen Behältnissen für das Brauen ist die Lebensmittelechtheit. Als Basis für den hier vorgestellten Gäreimer dient daher ein großer Joghurt-Eimer, den du bei einem netten orientalischen Restaurant oder einer Imbissbude bekommst. Mit etwas handwerklichem Geschick baust du dir daraus im Nu deinen eigenen günstigen Gäreimer.

Dieses Selbstbau-Modell ist ideal für das Brauen in der eigenen Küche geeignet. Es ist für 8 Liter Bier dimensioniert, nimmt nicht viel Platz weg und mit der Einsteiger-Brauanleitung von Braurebellen kompatibel. Und nun viel Spaß beim Bauen, Brauen und Craft Beer trinken.

8-Liter Gäreimer – Werkzeuge
  • Akkuschrauber oder Bohrmachine
  • Holzbohrer, zirka 8mm Durchmesser
  • Teppichmesser
  • Halbrundfeile (für Holz)

Als Bohrer eignet sich jeder handelsübliche Akkuschrauber. Für das Bohren von Kunststoff sind Holzbohrer am besten geeignet. Wie grob oder fein eine Feile ist wird in Hieb angegeben. Die Halbrundfeile sollte nicht zu grob sein. Ein Hieb von 1 ist ideal.

Hast du die Werkzeuge beisammen, benötigst du nur noch das Material für den Gäreimer. Abfüllröhrchen, Gärröhrchen und Auslasshahn bekommst du beim gut sortierten Hobbybrauversand. Als lebensmittelechten Plastikeimer kannst du einen leeren 10-kg-Joghurteimer verwenden, den dir dein lokaler orientalischer Imbiss überlässt, wenn du nett fragst. Baumwollwindel und Paketschnur gibt es im Kaufhaus oder Drogeriemarkt.

8-Liter Gäreimer – Baumaterialien
  • Plastikeimer: lebensmittelecht, mit Deckel, 10 Liter Fassungsvermögen
  • Gärröhrchen mit Stopfen
  • Auslaufhahn
  • Abfüllröhrchen (muss zu Auslasshahn passen!)
  • Mullwindel
  • Paketschnur

Zunächst präparierst du den Deckel. Zeichne den Mittelpunkt des Deckels an und bohre ein Loch an dieser Stelle. Anschließend setzt du den Gummistopfen mit der schmaleren Seite nach unten mittig über das Loch. Markiere nun den äußeren Rand des Stopfens auf dem Deckel. Nun kannst du entweder mit dem Bohrer das Loch bis zur Markierung erweitern (Dazu bei laufender Maschine den Bohrer vom vorhandenen Loch in Richtung der Markierung drücken). Oder du schneidest mit dem Teppichmesser kleine Schlitze ausgehend von der Markierung nach innen zum Loch, bis die Feile in das Loch passt.

Nun kommt die Feinarbeit: Erweitere das Loch vorsichtig mit der Feile von innen bis zum angezeichneten Rand. Das Loch muss dabei nicht perfekt sein – Der Gummistopfen gleicht leichte Unregelmäßigkeiten aus. Prüfe am besten immer wieder, ob der Stopfen passt. Dieser ollte bis zum unteren Viertel ins Loch passen. Anschließend entferne den beim Feilen entstandenen Grad vorsichtig mit dem Teppichmesser.

Als nächstes bekommt der Gäreimer ein seitliches Loch für den Auslasshahn. Benutze den Feststellring als Markierungshilfe: Halte den Ring so fest, dass sich der äußere Rand knapp über dem Eimerboden befindet. Nun zeichne entlang der Innenseite des Rings einen Kreis auf den Eimer. Damit sitzt der Auslauf sehr nah am Eimerboden. Dadurch kann später möglichst viel Jungbier ohne Kippen des Gäreimers abgefüllt werden.

Bohre nun ein Loch in die Mitte der Markierung. Anschließend schneide mehrere Schlitze vom Markierungsrand bis zum Bohrloch. Nun kannst Du mit dem Teppichmesser kleine Tortenstücke innerhalb der Markierung abschneiden. Zum Schluss kommt wieder die Feinarbeit mit der Halbrundfeile: Prüfe zwischendurch immer, ob das Gewinde des Auslsshahns schon durch das Loch passt. Geschafft! Setze den Auslasshahn in das Loch ein und setze von innen den Dichtring auf das Gewinde. Sichere das Ganze mit dem Feststellring.

Vor der ersten Benutzung solltest Du deinen Selbstbau-Gäreimer noch einem Dichtetest unterziehen: Gefüllt mit acht Liter Wasser sollte am Auslasshahn nichts tropfen. Drücke nun den Deckel auf den Gäreimer. Er muss am Rand richtig einrasten. In das aufgesetzte Gärröhrchen kommt etwas Wasser. Drückst Du nun mit den Fingern etwas auf den Deckel, muss sich die Wassersäule im Gärröhrchen bewegen. Dann ist alles dicht und du kannst damit ein leckeres Craft Beer brauen.

Die Stoffwindel und die Paketschnur brauchst du übrigens um den Hopfentrub von der Ausschlagwürze zu trennen. Binde dazu die Stoffwindel mit der Paketschnur über den offenen Gäreimer ordentlich fest. Die Windel darf dabei nicht über der Öffnung gespannt sein, sondern muss leicht durchhängen. Dann kannst du die heiße Würze in den Gäreimer füllen.