Du möchtest selbst Bier brauen und willst nicht gleich eine komplette Brauanlage anschaffen? Dann bist du hier richtig: Mit dem Braurebellen Beginner-Guide braust du mit einfachen Mitteln dein eigenes Bier selbst.

Equipment fürs Selbstbrauen
  • großer Kochtopf, 10 Liter Fassungsvermögen
  • kleiner Kochtopf, 5 Liter Fassungsvermögen
  • 1-Liter Messbecher
  • Nudelsieb
  • Küchenthermometer, Bereich 0 °C – 100 °C, Genauigkeit 0,1 °C
  • Küchenwaage, Bereich 0 g – 500 g, Genauigkeit 0,1 g
  • sonstiges: Holzlöffel, Sieblöffel, 16 Halbliter-Flaschen mit Bügelverschluss
  • 8-Liter Gäreimer von Braurebellen

Mit dieser Anleitung braust du dein eigenes Hefeweizen mithilfe von Küchenutensilien die sehr wahrscheinlich jeder bei sich zuhause hat. Einzig und allein das Gärgefäß musst du selbst bauen. Alternativ kaufst du eines beim Hobbybrauversand. Inklusive aller Rohstoffe ist das Brauen mit dem Beginner-Guide darauf ausgelegt, nicht mehr als 80 Euro zu kosten. Damit ist es auch geeignet, einfach einmal auszuprobieren, ob einem das Brauen liegt.

Nimm dir für deinen ersten Sud am besten einen Tag Zeit. Später wirst du für Aufbau, Vorbereitung und Abwasch immer weniger Zeit benötigen. Am besten du lädst dir ein paar Freunde ein und trinkst ein Bier.

Der erste Schritt zu deinem selbstgebrauten Bier ist der Maischvorgang. Dabei wird das Malz-Wasser-Gemisch (die Maische) in Stufen erhitzt, damit sich die Stärke im Malz in Zucker umwandeln kann. Fülle sechs Liter Wasser in einen Topf und erhitze das Wasser auf 45 °C. Bis das Wasser warm genug ist, wird die Schüttung (die Malzmischung) vorbereitet: Wiege die verschiedenen Malzsorten laut Rezept ab. Für das Beginner-Weizen sind dies 800g Weizenmalz, 600 g Pilsener Malz und 200 g Münchner Malz.

Sud beim Hauptzollamt anmelden
In Deutschland darf man bis zu 200 Liter Bier pro Jahr steuerfrei brauen. Nach §5, Abs. 3 des Biersteuergesetztes bist du als Heimbrauer aber verpflichtet, jeden Brauvorgang im Voraus beim zuständigen Hauptzollamt anzumelden.

Sobald die Wassertemperatur 45 °C erreicht hat, schüttest du die Malzmischung in das Wasser und rührst um. Die Maische sollte möglichst wenig mit dem Luftsauerstoff in Berührung kommen. Das heißt: ruhig rühren und die Maische an der Oberfläche nicht zu sehr aufwühlen. Achte aber darauf, nicht nur im Kreis zu rühren, sondern auch vorsichtig von unten nach oben. Die Einmaischtemperatur von 45 °C musst du jetzt für 20 Minuten halten. Also immer wieder umrühren, damit keine Wärmenester entstehen und die Wärme oben und unten gleich verteilt ist. Dabei immer wieder die Temperatur messen und ggf. nachheizen. Am besten verwendest du einen Deckel, damit nicht so viel Wärme nach oben entweichen kann.

Koste zwischendurch ruhig mal die Maische

Es folgt nun die erste Rast. Während der sogenannten Rasten wird die Temperatur der Maische für eine bestimmte Zeit in einem engen Temperaturbereich gehalten. Dadurch wird die Stärke des Malzes Stück für Stück in Zucker umgewandelt. Am Ende ist idealerweise die komplette Stärke aus dem Getreide in Zucker übergegangen. Koste zwischendurch ruhig mal die Maische. Du wirst merken, dass das Gemisch im Verlauf des Maischvorgangs immer süßer wird.

Für die erste Rast erhitzt du die Maische unter ständigem Rühren auf 63 °C und hälst diese Temperatur für eine halbe Stunde. Das heißt du sorgst dafür, dass die Temperatur im Bereich von 61 °C und 63 °C bleibt. Anschließend folgt die zweite und letzte Rast: Heize auf 72 °C auf und halte den Temperaturbereich zwischen 70 °C und 72 °C für eine weitere halbe Stunde.

In der Zwischenzeit kannst du schon einmal den Nachguss vorbereiten und den leeren und gereinigten Gäreimer bereit stellen. Für den Nachguss bringst du 4,5 Liter Wasser zum Sieden.
Der letzte Schritt im Maischvorgang ist das Erhitzen der Maische auf 78 °C – natürlich unter ständigem Rühren. Anschließend kann abgemaischt werden.

Fülle die Maische vom Topf in das Gärbehältnis um. Am besten eignet sich dazu ein Meßbecher. Achtung: Die Maische ist heiß! Im Gäreimer lässt du die Maische jetzt zugedeckt eine Viertelstunde ruhen. In dieser Zeit können die festen Bestandteile nach unten sinken. Die zweite Phase des Brauvorgangs beginnt: Das Läutern. Bei diesem Vorgang werden die festen Bestandteile von den flüssigen getrennt. Die festen Bestandteile sind der Treber, die flüssigen die Würze, die jetzt vollständig verzuckert ist.

Während die Maische ruht kannst du schon einmal die Pfanne reinigen (so wird unter Brauern das Behältnis genannt, in dem die Maische erhitzt wird). In die gereinigte Pfanne gibts du einen Teil des Hopfens. Dies ist die sogenannte Vorderwürzehopfung. Für das Braurebellen Hefeweizenrezept sind das genau die Hälfte der Gesamthopfengabe also 5 Gramm Tettnanger Hopfen.

Für das Läutern benutzt du ein Nudelsieb

Für eine gute Rohstoffausbeute ist es wichtig, dass sich möglichst viel des Zuckers, den du beim Maischen gewonnen hast, in der Würze löst. Dazu wird der Treber in einem handelsüblichen Nudelsieb mit der gewonnenen Vorderwürze und dem Nachguss ausgewaschen.

Setze das Nudelsieb in die Pfanne mit dem vorgelegten Hopfen und schichte den nach unten gesunkenen Treber aus dem Gäreimer in das Sieb um. Am besten benutzt du dazu einen Sieblöffel. Falls der Treber nicht komplett ins Sieb passt, achte darauf ihn in möglichst gleich große Portionen aufzuteilen. Nun wäscht du den Treber mit der übrigen Würze und dem Nachguss aus. Verteile dabei die Würze und den Nachguss möglichst gleichmäßig über die Treber-Portionen. Für das Hefeweizenrezept sollte der Treber für zwei Portionen reichen – benutze also jeweils die Hälfte der Würze und des Nachgusses. Danach wirfst du den Treber weg und die nächste Portion kommt dran.

Achte beim Auswaschen des Trebers darauf, dass dieser möglichst nicht trocken fällt und keine Löscher oder Rinnen beim Nachgießen entstehen. Am besten verhinderst du eine Rinnenbildung, wenn du den Nachguss über einen Sieblöffel auf den Treberkuchen aufbringst. Sobald die erste Portion ausgewaschen ist, stellst du den Herd an. Und zwar volle Pulle!

Ab jetzt kannst du erst mal relaxen: Das Würzekochen ist eine ziemlich entspannte Angelegenheit. Nur den Gäreimer solltest du noch reinigen und nach 15 Minuten den restlichen Hopfen in die Würze geben. Ansonsten muss die Würze jetzt bei offenem Deckel für 1,5 Stunden kochen (nach der letzten Hopfengabe sind das noch insgesamt 1 Stunde und 15 Minuten). Leg also die Beine hoch, nimm dir ein Bier und freue dich, dass du deinem selbstgebrauten Bier schon einen großen Schritt näher gekommen bist.

Tipp: Doldenhopfen statt Pellets
Falls du die Möglichkeit hast, Doldenhopfen anstelle von Pellets zu bekommen, solltest du übrigens die Dolden bevorzugen. Beim Würzefiltern mit einem Stofftuch wird dieses bei der Verwendung von Doldenhopfen nicht so zugesetzt wie bei Pellets.

Durch das Würzekochen werden unedle Aromastoffe abdestilliert. Außerdem flocken Hopfenrückstände sowie Eiweiß aus, was die folgende Filtration vereinfacht.

Nach dem Kochvorgang muss jetzt nur noch der Hopfen und die restlichen Trubstoffe abfiltriert werden. Befestige dazu ein ausreichend durchlässiges Stofftuch über dem Gäreimer. Am besten sind hierfür Stoffwindeln geeignet. Achte darauf, dass das Tuch etwas durchhängt aber am Rand des Eimers gut befestigt ist. Die Würze gießt du nun portionsweise durch das Filtertuch. Sollte sich das Tuch zusetzen, kannst du den Filtervorgang beschleunigen indem du die ausgefilterten Bestandteile immer wieder mit dem Sieblöffel an den Rand des Tuches schiebst.

Für die Hefe muss die Würze auf Zimmertemperatur abgekühlt sein

Zum Schluss löst du das Tuch vorsichtig vom Gäreimer. Mit etwas Geschick kannst du noch die letzte Würze mit dem Sieblöffel auspressen. Damit die Würze steril bleibt wird der Gäreimer mit dem dazugehörigen Deckel und den Gärröhrchen luftdicht verschlossen. Dabei nicht vergessen, etwas Wasser in das Gärröhrchen zu füllen.

Für die Hefe ist die Würze jetzt noch viel zu heiß. Sie muss erst auf Zimmertemperatur abkühlen. Um den Prozess zu Beschleunigen würde man die Würze normalerweise aktiv kühlen. Für den Einstieg ins Brauen reicht es aber, wenn du die Würze einfach über Nacht stehen lässt, sodass die Würzekühlung passiv ablaufen kann. Auf keinen Fall solltest du Eiswürfel in die Würze geben! Zum einen würdest du damit den Zuckergehalt der Würze verwässern. Zum anderen könnten so unerwünschte Bakterien, wilde Hefen oder Pilze in die durch den Kochvorgang sterilisierte Würze gelangen.

Warte einfach ab und gönn dir noch ein Bier. Handwerkliches Bierbrauen braucht halt seine Zeit. Dafür ist es umso schöner am Ende sein selbst gebrautes Bier zu kosten.

Nachdem die Würze über nacht auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, folgt nun der feierliche Moment, bei dem die Hefe ihren Einsatz hat. Inzwischen gibt es gute Trockenhefen für den Heimbraubereich, die besonders einfach zu handhaben sind. Wiege die entsprechende Menge Hefe ab und gib Sie in die Mitte des Gäreimers auf die Würze. Umrühren musst du nicht – warte einfach, bis die Hefekügelchen sich mit Würze vollsaugen und zu Boden sinken.

Tipp: Deckel mit Gährröhrchen richtig öffnen und schließen
Der Deckel eines Gäreimers muss luftdicht schließen, damit sich innerhalb des Eimers durch den Gärungsprozess ein Überdruck aufbauen kann, der durch das Gärröhrchen entweicht. So ist gewährleistet, dass keine Luft mit Bakterien oder Wildhefen ins Innere des Gäreimers gelangt. Um zu verhindern, dass Wasser aus dem Gährröhrchen in das Jungbier gelangt, nimmt man das Gärröhrchen vor dem Öffnen und Schließen des Deckels am besten ab.

Anschließend kommt der Deckel mit Gärröhrchen wieder auf den Gäreimer und alles an einen warmen Ort – zum Beispiel neben die Heizung. Spätestens am nächsten Tag sollte es im Gärröhrchen ordentlich blubbern: Die Hauptgärung ist nun in vollem Gange. Der Gäreimer bleibt jetzt so lange zu, bis die Gärung beendet ist, damit Bakterien und Fremndstoffe keine Chance haben, dein selbst gebrautes Bier zu ruinieren. Falls du das Jungbier zwischendurch einmal kosten willst, benutze den Auslasshahn, um eine kleine Menge Jungbier zu entnehmen. So kann der Deckel geschlossen bleiben.

Die ersten Tage ist die Gärung am heftigsten, was sich am ständig blubbernden Gärröhrchen bemerkbar macht. Danach nimmt die Gärung kontinuierlich ab, bis sie schließlich ganz versiegt und der Malzzucker komplett in Alkohol umgewandelt ist. Vierzehn Tage solltest du dem Gärvorgang Zeit geben, bevor es ans Umfüllen in Flaschen geht. Sollte das Gärröhrchen nach zehn Tagen immer noch blubbern, wartest du noch so lange, bis keine Bläschen mehr kommen.

Jetzt solltest du dein selbstgebrautes Jungbier auf jeden Fall einmal probieren! Es hat zwar noch nicht viel Kohlensäure und ist warm, aber es schmeckt schon nach Bier. Damit ordentlich Kohlensäure ins Bier kommt, muss das Bier unter Druck weiter gären. Dann löst sich mehr Kohlendioxid aus dem Gärprozess in Form von Kohlensäure im Bier. Damit der Gärprozess wieder in Gang kommt setzt du Haushaltszucker zu. Die Nachgärung findet dann in verschlossenen Bierflaschen mit Bügelverschluss statt. Dieser Vorgang wir Karbonisierung genannt.

Damit keine Essigbakterien oder Wildhefen in dein selbstgebrautes Bier gelangen, löst du den Zucker in kochendem Wasser auf. Bringe 200 ml Wasser zum Kochen und löse darin 30 Gramm Zucker auf. Lasse das Ganze bei geschlossenem Deckel eine Viertelstunde kochen. Die Zuckerlösung wird dadurch sterilisiert. Bevor du die Lösung in den Gärbehälter gibst, lass sie auf Zimmertemperatur abkühlen.

Die Hefe bleibt als Bodensatz zurück

Während die Zuckerlösung abkühlt kannst du schon einmal die Bügelverschlussflaschen desinfizieren. Fülle dazu einen guten Daumen breit Wasser in den großen Kochtopf und stelle die Flaschen kopfüber hinein. Nach 15 Minuten intensiven Kochens sind die Flaschen desinfiziert. Der Boden des Kochtopfs darf dabei nicht trocken fallen (Im Zweifel vorsichtig Wasser am Rand nachfüllen). Die sehr heißen Flaschen dann mit einem Küchentuch oder Küchenhandschuhen aus dem Kochtopf nehmen und aufrecht hinstellen.

Jetzt gibst du die Zuckerlösung in den Gäreimer mit dem Bier. Danach vorsichtig umrühren ohne die zu Boden gesunkene Hefe aufzuwirbeln. Mithilfe eines Abfüllröhrchens füllst Du das Bier nun in die desinfizierten Flaschen ab. Im Gäreimer zurück bleibt der Bodensatz, der hauptsächlich aus Hefe besteht. Die Flaschen werden verschlossen und noch einmal eine Woche an einen warmen Ort gestellt. Anschließend solltest Du die Flaschen noch eine Woche bei 5 °C aufrecht lagern. Dadurch kann die Reifung des Bieres beginnen: Es kann sich noch mehr Kohlensäure im Bier lösen und die Aromastoffe noch besser im Bier ankommen.

Jetzt kannst du endlich dein eigenes selbst genbrautes Bier trinken. Prost!