Wenn du selbst braust wirst du schnell mitbekommen, dass bei der Hauptgärung sehr viel Hefe entsteht. Die Hefe leistet ganze Arbeit. Nicht nur der Zucker in der Maische ist jetzt in Alkohol umgewandelt – die Hefezellen haben sich dabei auch noch viele Male geteilt und ihr Volumen verfielfacht. Normalerweise ist an diesem Punkt Schluss für die Hefe: Sie wird entsorgt. Gerade Flüssighefe kannst du aber reinigen und einige Zeit im Kühlschrank aufberwahren bevor du sie bei deinem nächsten Brauvorgang wiederverwendest. Die Aufbereitung der Hefe wird auch als Hefe waschen bezeichnet.

Hefe waschen – Das brauchst du
  • Einmachglas klein: zirka 250 ml Volumen, mit Deckel
  • Einmachglas groß: zirka 500 ml Volumen, mit Deckel
  • Flüssighefe aus der Hauptgärung
  • Kochtopf

Damit du die Hefe nach vollendeter Hauptgärung waschen kannst, benötigst du ein großes und ein kleines Einmachglas mit sterilem Wasser. Lege beide Gläser in einen Kochtopf und fülle 1 Liter zimmerwarmes Wasser ein. Passen nicht beide Gläser gleichzeitig in den Topf, wiederhole die Prozedur für jedes Glas einzeln. Koche die Gläser 15 Minuten. Der Deckel wird mitgekocht.

Die Gläser und das Wasser sind nun steril. Fülle das große Glas zu gut zwei Dritteln mit dem sterilen Wasser und verschließe es mit dem Deckel. Das kleine Glas füllst du nur etwa zu einem Drittel mit dem sterilisierten Wasser. Lass die Gläser abkühlen.

Um die Hefe zu ernten, gießt du den Inhalt des großen Glases zu dem Bodensatz im Gäreimer und löst die Hefe damit auf. Durch Hin- und Herschwenken des Gäreimers erhälst du einen schönen dünnflüssigen Hefebrei. Diesen gießt du zurück in das große Glas und lässt das Glas für einige Stunden stehen.

Nach ein bisschen Ruhe haben sich die Hefezellen im unteren Drittel des Glases abgesetzt. Idealerweise hast du die Hefe dafür schon in den Kühlschrank gestellt. Die über der sedimentierten Hefe stehende Flüssigkeit gießt du ab – sie enthält Alkohol und Restzucker und wird nicht mehr benötigt. Am Boden des Glases haben sich schwere Bestandteile abgesetzt. Diese bestehen aus Hopfentrub und anderen Bestandteilen, die wir ebenfalls verwerfen.

Am Boden des Glases hat sich jetzt die etwas dunklere unregelmäßige Bodenfraktion abgesetzt. Die darüber liegende Kernhefe ist der Teil, den du aufbewahren und wiederverwenden willst. Nun brauchst du das kleinere Glas – darin sollte nur wenig sterilisiertes Wasser sein.

Gieß die Kernhefe vorsichtig in das kleinere Glas um ohne dass der Bodensatz mit in das Glas gelangt. Das Nährstoffangebot für die Hefe ist jetzt nur noch sehr reduziert, sodass sie ihre Gärtätigkeit weitgehend einstellen sollte und die Gefahr der Autolyse ebenfalls gering ist. Zusätzlich solltest du die Hefe bis zu ihrem nächten Einsatz in den Kühlschrank stellen.