Eine Grundausstattung für das Hausbrauen braucht nicht teuer zu sein. Vieles kannst du mit etwas handwerklichem Geschick selbst bauen. In jedem Fall empfehlenswert ist ein Läuterbottich. Beim Läutern nimmt dieser die Maische auf und hält sie warm, sodass sich der Treber in Ruhe absetzen kann und dann als Filterbett dient. Anschließend kannst du dann den Vorlauf in die Würzepfanne zurückführen und den Nachguss aufbringen.

Die Grundlage des hier vorgestellte Läuterbottich ist ein 60-Lister Kanister aus Polyethylen der auch für größere Brauvorhaben geeignet ist.

Läuterbottich Big Tub
  • Fassungsvermögen: 55 Liter Maische
  • Sudhausausbeute: zirka 60 Prozent
  • Abmessungen:
  • Kosten:
Baumaterialien
  • 60-Liter Kanister, Polyethylen
  • Kupferrohr, 20 cm Länge
  • Styroporplatten
  • Sonstiges: Silikonschlauch, Schlauchschelle, Montagekleber, Bauschaum, Teppichmesser

Als Basis für den Läuterbottich dient ein 60-Lister Kanister aus Polyethylen. Je nach Bedarf kannst du natürlich auch eine kleinere Ausführung verwenden. Wichtig ist das Material: Polyethylen ist lebensmittelecht und hält die Temperaturen, die beim Maischen und Läutern entstehen, gut aus.

Damit du die Maische später ohne Probleme in den Läuterbottich füllen kann, schneide auf der gegenüberliegenden Seite des Schraubverschlusses eine Öffnung. Am besten eignet sich dazu ein Teppichmesser, mit dem du an der oberen Längskante entlangschneidest. Hebe den Ausschnitt auf – später wird dies Teil des Deckels. Verteile nun auf die Unterseite des Kanisters Montagekleber, um die untere Styroporplatte aufzukleben. Verfahre genauso mit der dem Schraubverschluss gegenüberliegenden Seite und der Längsseite. Bei diesem Vorgehen hast du genug Platz um die Zwischenräume der Ecken später mit Bauschaum auszufüllen.

Sobald der Montagekleber getrocknet ist und die Styroporplatten fest mit dem Bottich verbunden sind kannst du beginnen die Zwischenräume mit Bauschaum auszufüllen. Eine möglichst gute Isolierung des Läuterbottichs ist wichtig um den Wärmeverlust der Maische beim Läutern möglichst gering zu halten. Verwende den Bauschaum sparsam – die Volumenvergrößerung ist enorm!

Fixiere die restlichen Platten am Läuterbottich. Schneide an den Ecken Löscher in die Styroporplatten um den Bauschaum auch in schwer erreichbare Hohlräume einbringen zu können.

Eventuell überstehende Schaumreste kannst du später mit einem Teppichmesser einfach abschneiden. Eine Wärmeisolierung ist gerade für den Deckel wichtig, da die Wärme beim Läutern nach oben steigt und so entweichen kann. Verwende die letzte Styroporplatte dazu, den Deckel zu isolieren.

Einfach Montagekleber auf den beim Ausschneiden der Öffnung entstandenen Rest verteilen und die Styroporplatte mittig platzieren – fertig ist der Isolierdeckel! Jetzt fehlt nur noch ein Drainagesystem, um die Würze vom Treber zu trennen.

Die Drainage steckst du aus Kupferrohren zusammen (wichtig: verwende Rohre für Trinkwasser). Verwende dazu vier 90°-Bögen für die Ecken und ein T-Stück für den Auslauf. Als Abstandhalter für den Boden kannst du Verschlusskappen aus Kupfer verwenden. Verwende beim Löten unbedingt Lötzinn für Trinkwasserleitungen! Das ist zwar teurer als normales Lötzinn aber die Stoffe daraus möchtest du nicht in deinem Bier haben.

Für die Dichtung benutz du den mitgelieferten Schraubverschluss mit Loch und den dazu passenden Dichtring. Am besten du dichtest das Rohr zusätzlich mit Sanitär-Silikon ab. Damit die Maische gut abfließen kann, säge zirka vier Millimeter breite Schlitze in die Längsrohre der Drainagevorrichtung. Die Breite bekommst du mit einer einfachen Metalltrennscheibe gut hin. Schmalere Schlitze sind nicht zu empfehlen, auch wenn Hubert Hanghover dies in seinem Braubuch beschrieben hat. Im Praxistest wurden die Schlitze bei sehr mehlhaltigem Malz zugesetzt und die Maische lief nicht ab.

Zum Schluss setze dein Drainagesystem in den Läuterborrich und fixiere einen Silikonschlauch mit einer Schlauchschelle am Auslauf. Und nun: Gut Sud.