Die Reise, auf die Andreas Hock seine Leser mitnimmt, beginnt in der Steinzeit. Dort soll die Geschichte des Biers mit dem ersten Rausch der Menschheit in Form von vergorenen Früchten seinen Anfang genommen haben.

Ob es tatsächlich so war, kann wohl niemand wirklich sagen. Belegt hingegen ist die Geschichte des Bock-Biers, das wegen seiner hohen Qualität seinen Weg aus Einbeck im Norden Deutschlands bis ins 500 Kilometer entfernte Bayern schaffte.

Bayern war damals noch weit entfernt davon, ein Inbegriff von deutschem Bier zu sein. Die Braumeister-Zunft saß in Niedersachsen. Erst mit der Abwerbung eines Einbecker Braumeisters begann der Aufstieg Bayerns als Bier-Hauptstadt. Zu dieser Zeit erließ Herzog Wilhelm IV, Herzog von Bayern auch einige Verordnungen, die man heute als Deutsches Reinheitsgebot kennt. Von Craft Beer hatte damals noch niemand etwas gehört. Der Hopfen, der heutzutage die vielen Geschmacksrichtungen von Bier bestimmt, wurde überhaupt erst sehr spät als Bierzutat entdeckt. Das britishe Ale beispielsweise war bis zum 15. Jahundert ungehopft und fermentiert. Heute würde so etwas niemand als Bier bezeichnen. Erst im 16. Jahrhundert wurde auf der Insel immer mehr nach europäischen Vorbild das „Bier“ durch Hopfen haltbar gemacht.

Wer sich aus Geschichte nichts macht, für den hält das Buch den ein oder anderen Spruch parat, den die ein oder andere Persönlichkeit einmal gesagt oder geschrieben haben soll. Martin Luther zum Beispiel. Wer der Geschichte des Biers doch lieber tätig entgegentreten möchte, für den hält das Buch 33 Orte bereit, die ein Biertätiger, ups sorry – gemeint wahr natürlich ein Biertrinker, besucht haben sollte. Und wer Bier gar nichts abgewinnen kann, der kann es immerhin als Dünger einsetzen. Na dann Prost!

Ein Bier. Ein Buch.
  • Autor: Andreas Hock
  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; 2016
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-596-03343-0